Für die SEO-Basics brauchst du keine Agentur. Du brauchst ein paar Stunden, kostenlose Tools und die Bereitschaft, Texte zu überarbeiten. Diese zehn Maßnahmen decken ab, was bei kleinen Websites den Großteil des Ergebnisses bringt – ohne Vorkenntnisse machbar.
1. Google Search Console einrichten
Ohne Search Console fliegst du blind. Property anlegen, Domain verifizieren, Sitemap einreichen. Ab jetzt siehst du, für welche Suchbegriffe du erscheinst, wo du klickst bekommst und welche Seiten Probleme haben. Kostenlos, Pflicht, Punkt.
2. Bing nicht vergessen
Bing Webmaster Tools importiert deine Search-Console-Daten mit wenigen Klicks. Bing speist außerdem ChatGPT-Suche und Copilot – die zehn Minuten lohnen sich inzwischen doppelt.
3. Title und Description pro Seite schreiben
Der Seitentitel ist dein Schaufenster im Suchergebnis. Formel: Wichtigstes Keyword vorn, Nutzen dahinter, Marke am Ende, unter 60 Zeichen. Die Meta-Description rankt nicht, entscheidet aber über den Klick: 150 Zeichen, konkreter Nutzen, keine Floskeln.
4. Suchintention prüfen, bevor du schreibst
Googel dein Keyword und schau dir die erste Seite an: Ratgeber? Produktseiten? Videos? Google zeigt dir, welches Format die Suchenden erwarten. Gegen die Intention anzuschreiben ist der häufigste Grund, warum ordentliche Texte nicht ranken.
5. Eine Seite pro Thema
Drei halbgare Seiten zum selben Thema konkurrieren gegeneinander (Keyword-Kannibalisierung). Besser eine gründliche Seite, die die Frage wirklich beantwortet. Dünne Seiten zusammenlegen statt neue anlegen.
6. Interne Links setzen
Verlinke aus deinen Texten auf deine wichtigen Seiten – mit beschreibendem Linktext („SEO-Checkliste für Shops") statt „hier klicken". Interne Links sind das am meisten unterschätzte SEO-Werkzeug, und sie kosten nichts.
7. Bilder verkleinern und beschriften
Bilder vor dem Upload auf Anzeigegröße skalieren und komprimieren (Squoosh ist kostenlos). Alt-Texte beschreiben, was zu sehen ist – für Barrierefreiheit und Bildersuche.
8. Ladezeit messen
PageSpeed Insights zeigt dir die Core Web Vitals deiner Seite samt konkreter Empfehlungen. Die häufigsten Bremsen bei kleinen Sites: unkomprimierte Bilder, zu viele Skripte, billiges Hosting. Erst messen, dann optimieren.
9. Google Business Profile pflegen (lokal)
Für lokale Suchen („Friseur Bielefeld") zählt dein Business-Profil oft mehr als die Website: Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen beantworten. Antworte auch auf die schlechten – das lesen künftige Kunden.
10. Messen und dranbleiben
SEO wirkt in Monaten, nicht Tagen. Realistisch: erste Bewegung nach 3 bis 6 Monaten. Einmal im Monat in die Search Console schauen: Welche Suchbegriffe kommen, welche Seiten gewinnen, wo lohnt Nacharbeit.
Was du nicht tun solltest
- Backlinks kaufen. Meine eigene Domain wird gerade von Spam-Linkfarmen bombardiert – Hunderte wertlose Links von .shop-Domains. Genau solche Links verkaufen dir „SEO-Angebote" für 99 €. Sie bringen nichts und können schaden.
- Keyword-Stuffing. Ein Text, der „SEO Agentur Bielefeld" achtmal pro Absatz enthält, rankt nicht besser. Er liest sich nur schlechter.
- KI-Massencontent. Fünfzig generierte Artikel ohne eigene Substanz erzeugen dünne Seiten in Serie. Google erkennt Muster ohne Mehrwert – und Leser sowieso.
Wann ein Profi ran sollte
Ehrliche Grenze: technische Probleme (Crawling, Indexierung, Migrationen, Core Web Vitals trotz Optimierung), stagnierende Rankings in umkämpften Märkten oder schlicht fehlende Zeit. CMS-spezifische Tiefe findest du in den Guides zu TYPO3, WordPress und Shopware.