Das größte WordPress-SEO-Problem ist nicht fehlende Technik, sondern zu viel davon: fünf Plugins mit überlappenden Funktionen, drei Caching-Layer, die sich gegenseitig aushebeln, und ein Page Builder, der 2 MB DOM auf eine Textseite lädt. Als Entwickler räume ich solche Setups regelmäßig auf. So sieht die schlanke Variante aus.
Ein SEO-Plugin. Eins.
Yoast SEO oder Rank Math – beide erledigen dasselbe: Titles und Metas pro Seite, XML-Sitemap, Canonicals, Schema-Grundgerüst, Weiterleitungs-Manager (Pro-Versionen). Welches du nimmst, ist Geschmackssache. Beide parallel zu betreiben ist dagegen ein Fehler, den ich öfter sehe, als man denkt: doppelte Sitemaps, doppelte Meta-Tags, widersprüchliche Canonicals.
Falls dein SEO-Plugin eine eigene Sitemap generiert, schalte die native WordPress-Sitemap ab, damit nicht zwei existieren:
add_filter('wp_sitemaps_enabled', '__return_false');Indexierungs-Hygiene: Weniger Seiten, mehr Wirkung
- Anhang-Seiten (Attachment Pages): WordPress erzeugt für jedes hochgeladene Bild eine eigene Seite. Auf die Datei weiterleiten (macht das SEO-Plugin per Einstellung).
- Tag- und Datums-Archive: Wenn sie nur Beitragslisten ohne Mehrwert sind, auf
noindexstellen. Zwanzig dünne Archivseiten verwässern die Wahrnehmung der ganzen Site. - Kategorien nur behalten, wenn sie kuratiert sind – mit Beschreibungstext und sinnvoller Struktur.
Performance: Der Teil, den Plugins nicht lösen
Core Web Vitals entscheiden bei umkämpften Keywords mit. Die Reihenfolge der Hebel:
- PHP 8.x und aktuelles WordPress – der billigste Performance-Gewinn überhaupt
- Server-seitiges Caching (oder ein solides Caching-Plugin, aber nur eins)
- Bilder: WordPress kann seit 5.8 WebP, skaliert automatisch per
srcsetund lazy-loadet nativ. Voraussetzung: Du lädst keine 4000px-Originale hoch. - Page Builder hinterfragen: Elementor & Co. erkaufen Bequemlichkeit mit DOM-Größe und Render-Zeit. Für neue Projekte sind Block-Themes die schlankere Wahl.
- Plugin-Inventur: Jedes aktive Plugin ist potenziell JS/CSS auf jeder Seite. Alles raus, was nicht nachweislich gebraucht wird.
Sicherheit ist SEO
Eine gehackte WordPress-Site verliert Rankings schneller als jede Algorithmus-Änderung: Spam-Injektionen, Cloaking, Warnhinweise in den Suchergebnissen. Automatische Updates für Minor-Releases, aktuelle Plugins, keine verwaisten Themes im Verzeichnis. Unspektakulär, aber Teil der Ranking-Hygiene.
Content-Struktur im Block-Editor
Der Block-Editor macht saubere Überschriften-Hierarchien einfach – wenn man sie nutzt: eine H1 pro Seite (setzt das Theme), H2 für Abschnitte, H3 für Unterpunkte. Überschriften sind Struktur, keine Formatierung. Dazu interne Links aus dem Fließtext auf die Seiten, die ranken sollen.
Fazit
WordPress-SEO in einem Satz: ein SEO-Plugin, aufgeräumte Indexierung, schnelles Hosting, disziplinierte Inhalte. Der Rest ist Arbeit an den Texten selbst – die Schritte dafür stehen im SEO-Selbermachen-Guide.